Bei einem Urlaub in Nicaragua beobachtete der Verfasser mit einiger Faszination diverse Männer, die in kleinen Ortschaften stundenlang angelehnt und ziemlich regungslos an einem Platz verharrten und scheinbar ins Leere starrten. „Faulenzer, Nichtsnutze, Tagediebe? Vielleicht. Andererseits aber pflegen diese Herrschaften die hohe Kunst des Müßigganges, die in unserer immer hektischeren und mobilfunkdominierten Zeit abhanden gekommen ist.

Man muss immer irgendetwas machen, egal wo und wann. Und wenn man nur sinnlos auf sein Smartphone stiert. Aber bloß nicht mal innehalten und nichts tun. Inzwischen sind auch Wissenschaftler darauf gekommen, dass die Muße, das absichtslose Nichtstun, der Schlüssel sein kann, um Stress zu vermeiden. Die alten Griechen waren da schon viel weiter. Für sie waren damals die Muße-Zeiten die eigentlich wichtigen im Leben. Die Arbeit war dem untergeordnet, um diese Zeiten zu ermöglichen. Heute ist es genau umgekehrt. Mußezeiten können immerhin die kleinen Erholungszeiten sein, um möglichst wieder viel leisten zu können.