Goslar. Jimmie Durham wird den Kaiserring 2016 am Samstag, dem 8. Oktober in der Kaiserpflaz Goslar entgegen nehmen. Das vielschichtige Werk von Jimmie Durham – Skulpturen, Installationen, Malerei, Zeichnungen, Performances, Videos und Fotografien – kann keiner künstlerischen Bewegung zugeordnet werden, so die Kaiserring-Jury in ihrer Begründung. Im Prozess der Zusammen- und Gegenüberstellung von Werkstoffen und Objekten ergeben sich „unerwartete Assoziationen, welche die Sicht auf die Realität mit Schafsinn und Humor verändern“, heißt es weiter. „Durham lässt sich vom Zufälligen und Diskontinuierlichen leiten, die jeder Existenz zugrunde liegen und kreiert erstaunliche Assoziationen aus Fragmenten persönlicher und kollektiver Geschichte.“


1940 in den Vereinigten Staaten geboren, profiliert sich Jimmie Durham in den 1970er und 1980er Jahren als historischer Kämpfer für die Zivilrechte der amerikanischen Ureinwohner. Seit 1994, nach seinem Umzug nach Europa (das er Eurasien nennt), stellt er seine Arbeit in eine allgemeinere und weniger autobiographische Perspektive und nähert sich kritisch den ideologischen Systemen an, die unser Verhältnis zur Welt strukturieren. Durham interessiert sich zunehmend für die Beziehung zwischen Monumental-Architektur und einem hierarchisch aufgebautem Staatsgefüge, in welchem der Architekt die Macht innehat, eine Stadt zu bauen oder zu zerstören, und somit das Leben der Bürger zu bestimmen. Als Metaphern seiner Anfechtung des vorherrschenden Systems verwendet er in einer bestimmten Werkphase immer wieder Steine.

Hintergrund Kaiserring

Der Kaiserring Goslar ist einer der renommiertesten Preise für moderne Kunst. Er wird seit 1975 verliehen. Die ersten Preisträger waren Henry Moore, Max Ernst und Alexander Calder. Ihnen folgten Pioniere der Gegenwartskunst wie Joseph Beuys, Gerhard Richter, Nam June Paik, Christo, Cindy Sherman oder Jenny Holzer. Vor Jimmie Durham erhielten in den letzten Jahren unter anderem Matthew Barney, Andreas Gursky, Bridget Riley, David Lynch, Olafur Eliasson und Boris Mikhailov den Preis.