Osterode. Dass auch die Volksbank-Kunden zufrieden sind, zeigt die Tatsache, dass im vergangenen Jahr 1.108 neue genossenschaftliche Teilhaber gewonnen wurden. Insgesamt hat die Volksbank im Harz eG 17.940 Mitglieder. „2014 war ein gutes Jahr für die Volksbank im Harz“, betonte auch Vorstandsmitglied Torsten Janßen. „Jedoch der Markt und die Politik stellen uns vor große Herausforderungen.“Seitdem die Europäische Zentralbank im November 2014 die Aufsicht über alle Banken in Europa übernommen hat, haben die Herausforderungen noch zugenommen. Es droht eine Lawine an zusätzlicher und unnötiger Bürokratie.

Niedrige Zinsen: Das Ersparte schmilzt dahin

„Ein anderes Thema, das uns und unsere Kunden beschäftigt, ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank“, so Torsten Janßen. „Mehrmals senkte die Bank in 2014 den Leitzins, um in erster Linie die europäische Konjunktur zu beleben.“ Auf der einen Seite sind die niedrigen Zinsen eine gute Sache. Die Finanzierung von Investitionen ist für mittelständische Firmenkunden zu niedrigen Zinsen möglich. Auch Privatleute profitieren vom niedrigen Zinsniveau bei der Finanzierung von Wohnimmobilien. Aber die Medaille hat eine Kehrseite. Die Einlagen sind das Fundament der Volksbank als Refinanzierungsquelle für die Kredite. Durch die Niedrigzinspolitik ist ein geordneter Vermögensaufbau schwer möglich. Zum Beispiel: In den 1990er Jahren erzielte man mit einer zehnjährigen Bundesanleihe eine Verdopplung seines Investments nach zwölf Jahren. Heute würde man dafür 190 Jahre benötigen.

Auch ist die Sparquote der Deutschen ist rückläufig. 2014 lag sie bei neun Prozent. Dabei müssten die Deutschen mehr sparen, als sie es im Moment tun. Denn die Menschen leben immer länger, aber die gesetzliche Rente leistet immer weniger. Torsten Janßen sagte dazu: „Es gibt kein Patentrezept. Und bei uns gibt es auch keine Anlagestrategie von der Stange. Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen. Nur damit kann man der Niedrigzinsfalle entkommen“.

Gesellschaftliches Engagement

Der Volksbank im Harz eG ist es wichtig, in der Region gesellschaftliches Engagement zu zeigen und damit ihrer zugedachten Verantwortung gerecht zu werden. Als Namensgeber bei der VolksbankArena Harz, beim 7. Internationalen Volksbank¬meeting, das nächste Woche mit Spitzenathleten wieder in Osterode statt¬findet, oder mit dem Volksbank Innovationspreis, der zusammen mit dem MEKOM Regionalmanagement Osterode am Harz e.V. vergeben wird, geht sie mit gutem Beispiel voran.

Kreditgeschäft: Alle vertretbaren Finanzierungswünsche erfüllt

Die Ausleihungen an Privatkunden stiegen im vergangenen Jahr um 6,3 Prozent auf 118,4 Millionen Euro. Die Ausleihungen an Firmenkunden erhöhten sich im vergangenen Jahr auf 86,8 Millionen Euro. Insgesamt hat die Volksbank im Harz im vergangenen Jahr rund 58 Millionen Euro neue Kredite zugesagt. „Wir haben in Erfüllung unseres genossen¬schaftlichen Förderauftrags alle vertretbaren Finanzierungswünsche erfüllt und damit unseren Beitrag zur Stabilisierung der lokalen und regionalen Wirtschaftsstruktur geleistet und mit diesen Neukrediten ganz konkret Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen.“, betonte Torsten Janßen. Die Kundeneinlagen erhöhten sich um 24,4 Millionen Euro oder 8,7 Prozent auf 305,3 Millionen Euro. Dieses wird als großer Vertrauensbeweis in die Bank und in die Mitarbeiter gewertet.

Dividende 4 Prozent

Mit dem Jahresüberschuss nach Steuern von 468.081,96 Euro (Vorjahr 440.639,98 Euro) liegt das Ergebnis leicht über dem Niveau des Vorjahres. Die Vertreterversammlung beschloss, den Mitgliedern eine attraktive Dividende von 4 Prozent zu zahlen. In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld hat sich die Volksbank im Harz als zuverlässiger Partner erwiesen und im Markt behauptet. Die Bilanzsumme hat sich als Resultat daraus um 9,5 Prozent auf 379.782.095,47 Euro erhöht. Die Ertragslage war im Geschäftsjahr 2014 mehr als zufriedenstellend.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Huth teilte mit, dass Aufsichtsratsmitglied Susanne Wüstefeld verabschiedet wurde. Als selbstständige Steuerberaterin hat Frau Wüstefeld sich entschieden, die Tätigkeit im Aufsichtsrat nicht fortzu¬führen. Dieser Schritt wird von allen akzeptiert, jedoch mit großem Bedauern. Die Volksbank im Harz eG schaut mit einem positiven Jahresabschluss optimistisch in die Zukunft. Die Vertreterinnen und Vertreter konnten sich davon überzeugen, dass sich ihre Bank auch im vergangenen Jahr erfolgreich entwickelte und ihren Förderauftrag erfüllt hat.